Zugang der Kündigung – Definition und Bedeutung

Rechtsanwalt Yazdan Yilmaz Aktualisiert am 09.10.2026 Lesezeit 1 Min.

Kurz gesagt

Eine Kündigung wird erst mit ihrem Zugang wirksam (§ 130 BGB). Zugegangen ist sie, sobald sie so in Ihren Machtbereich gelangt, dass Sie unter normalen Umständen davon Kenntnis nehmen können – ob Sie sie tatsächlich lesen, ist unerheblich.

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Wann ist eine Kündigung zugegangen?

Die Beweislast für den Zugang trägt der Arbeitgeber. Vereiteln Sie den Zugang treuwidrig, etwa durch die grundlose Annahmeverweigerung, kann er dennoch als …
ÜbermittlungZeitpunkt des Zugangs
persönliche Übergabesofort mit der Übergabe
Bote oder Einwurf in den Hausbriefkastensobald nach der Verkehrsanschauung mit einer Leerung zu rechnen ist; bei Einwurf zu üblichen Zustellzeiten regelmäßig am selben Tag
Einwurf-Einschreibenmit dem Einwurf in den Briefkasten
Übergabe-Einschreibenerst mit Aushändigung bzw. Abholung

Die Beweislast für den Zugang trägt der Arbeitgeber. Vereiteln Sie den Zugang treuwidrig, etwa durch die grundlose Annahmeverweigerung, kann er dennoch als erfolgt gelten.

Bedeutung für Arbeitnehmer

Mit dem Zugang beginnt die dreiwöchige Frist für die Kündigungsschutzklage (§ 4 KSchG). Wer sie verpasst, kann die Kündigung meist nicht mehr angreifen. Zudem …

Mit dem Zugang beginnt die dreiwöchige Frist für die Kündigungsschutzklage (§ 4 KSchG). Wer sie verpasst, kann die Kündigung meist nicht mehr angreifen. Zudem richtet sich die Kündigungsfrist nach dem Zugangsdatum, und es entscheidet, ob ein Sonderkündigungsschutz – etwa wegen Schwangerschaft – bereits bestand.

Mehr dazu: Frist für die Kündigungsschutzklage, unser Klagefrist-Rechner, Kündigung per E-Mail oder WhatsApp und die nachträgliche Zulassung bei versäumter Frist.

Notieren Sie das Zugangsdatum und lassen Sie Ihre Kündigung kostenfrei prüfen – die Klagefrist wird vorläufig berechnet.

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Häufige Fragen

Geht mir die Kündigung auch zu, wenn ich im Urlaub bin?

Ja, in der Regel schon. Wird die Kündigung in Ihren Hausbriefkasten eingeworfen, gilt sie nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts grundsätzlich auch dann als zugegangen, wenn Sie verreist sind und der Arbeitgeber das weiß. Die Klagefrist läuft also. Kehren Sie erst nach Fristablauf zurück, kommt eine nachträgliche Zulassung der Klage in Betracht.

Wann geht eine Kündigung per Einschreiben zu?

Beim Einwurf-Einschreiben mit dem Einwurf in Ihren Briefkasten zu üblichen Zeiten. Beim Übergabe-Einschreiben erst mit der tatsächlichen Übergabe oder Abholung. Ein Benachrichtigungszettel allein bewirkt noch keinen Zugang. Wer die Abholung bewusst verweigert oder verzögert, muss sich allerdings unter Umständen so behandeln lassen, als sei die Kündigung zugegangen.

Geht eine Kündigung per E-Mail oder WhatsApp wirksam zu?

Sie mag Sie erreichen, ist aber unwirksam. Eine Kündigung braucht nach § 623 BGB die Schriftform mit eigenhändiger Unterschrift auf Papier; elektronische Form ist ausdrücklich ausgeschlossen. Lassen Sie eine solche Kündigung dennoch prüfen, denn im Zweifel sollte vorsorglich auch hier die Klagefrist im Blick behalten werden.

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Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zum Arbeitsrecht und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Für eine verbindliche Einschätzung Ihres Falls wenden Sie sich an eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt – z. B. über die kostenfreie Ersteinschätzung von Gekündigt24.

Stand: 09.10.2026